159. BB: Bergische Universität

(15.06.2018)

Regionales Konjunkturbarometer für das Bergische Land


Wie funktionieren Theorie und Praxis gemeinsam? Um diese Frage ging es beim 159. Business Breakfast an der Bergischen Universität Wuppertal. Ein konkretes Projekt ist dabei das regionale Konjunkturbarometer, das an diesem Tag vorgestellt wurde. Nun sind Unternehmen und Unternehmer aufgerufen, sich zu beteiligen.

Der Transfer als Aufgabe der Universität: Wie können Theorie und Praxis so vereint werden, dass sowohl die Seite der Lehrenden als auch die teilnehmenden Unternehmen und Unternehmer davon profitieren? Um diese Kernfrage ging es beim 159. Business Breakfast, zu dem am 14. Juni die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft – Schumpeter School of Business and Economics eingeladen hatte. Und zwar auf den Campus Grifflenberg in eines der vielen neuen Gebäude, an denen an diesem Tag so mancher ehemalige Absolvent mit Staunen vorbeiging. Denn hier hat sich in den vergangenen Jahren wirklich eine Menge getan. Und zwar nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich, wie schnell klar wurde.

Eine dieser Neuerungen ist die Schumpeter School selbst, seit 2008 hat die Fakultät diesen Beinamen, 25 Lehrstühle sind ihr inzwischen zugeordnet, mit 40 Professuren, etwa 100 wissenschaftlichen Mitarbeitern, 4000 Studenten und einem fixen jährlichen Budget von 7 Millionen Euro. Hinzu kommen 10 Millionen Euro weitere Mittel sowie 2 Millionen Euro Drittmittel. Allein die Schumpeter School ist damit bereits ein mittelständisches Unternehmen – und zwar eines, das ihren Fokus auf Innovationen und wirtschaftliche Entwicklungen legt. Neben Forschung und Lehre spielt also bereits hier der Transfer eine wichtige Rolle.

Was genau unter Transfer verstanden wird und wie die Transferstrategie der Bergischen Universität aussieht, führte Uni-Rektor Lambert T. Koch aus. „Früher waren Universitäten wie der sprichwörtliche Elfenbeinturm, heute sprechen wir von der sogenannten „Third Mission“ – also dem engen Austausch zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft.“ Dabei hat die Uni sich strategische Schwerpunkte durch unterschiedliche Profillinien gesetzt. Jeder Lehrstuhl muss mindestes eine davon erfüllen. Die Tansfer-Aktivitäten selbst verteilen sich auf die drei Bereiche Kommunizieren, Beraten und Anwenden.

Davon profitieren am Ende beide Seiten, wie Lambert T. Koch ausführte: „Der Strukturwandel wird belebt, Forschungsfragen werden schneller beantwortet, Politik, Kultur und Wirtschaft profitieren von gemeinsamen Projekten, das kulturelle Angebot wird belegt.“ Im Ergebnis steigt so die Innovationskraft des gesamten Wirtschaftsraums. Beispiele für solche lokalen Projekte und Kooperationen sind unter anderem die Hip Hop Academy Wuppertal, die Wuppertaler Zoogespräche, der Jugendhilfetag Wuppertal, Enactus Wuppertal, die Radverkehrsförderung und das lokale Konjunkturbarometer, das Professor André Betzer im Anschluss ausführlicher vorstellte.

Ziel des erst kürzlich gestarteten Konjunkturbarometers ist der Aufbau eines Qualitätsindikators für die konjunkturelle Entwicklung im Bergischen Land. „Wir wollen die aktuelle Situation erfassen und einen Ausblick auf die Zukunft geben“, sagte Betzer. Denn die lokale Entwicklung weicht durch ihren spezifischen Branchenmix von anderen überregionalen Indikatoren ab, wie auch die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse des Konjunkturbarometers zeigt. So bewerten etwa 74 Prozent der befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage positiv und erwarten, dass die aktuelle Lage in der kommenden Zeit stabil bleibt. Am negativsten blickt dabei der Handel in Richtung Zukunft: Im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe und zum Dienstleistungssektor plant er künftig keine Neueinstellungen.

Die ausführlichen Ergebnisse der ersten Umfrage stehen allen Unternehmern, Bürgern und Interessierten kostenlos zur Verfügung. Passend dazu ist am 14. Juni die nächste Fragerunde gestartet, zu der nun alle Firmen und Geschäftsführer aufgerufen sind, sich zu beteiligen. Nachdem einmalig ein kurzes Profil angelegt worden ist, warten auf die Teilnehmer maximal sechs kurze Frage – in wenigen Minuten ist die Umfrage beendet. Bis zum 13. Juli hofft Betzer nun auf möglichst viele Teilnehmer. Denn: „Unser Ziel ist es, führend in der regionalen Konjunkturforschung zu werden.“

www.regionales-kulturbarometer.de

Das nächste BB findet statt am 10. Junil 2018 in der Alten Feuerwache.