23 Millionen Euro stecken in der Sanierung des Opernhauses, aber, so Enno Scharwächter, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen GmbH: "Das meiste Geld ist unsichtbar." Es verbirgt sich hinter den frisch verputzten und gestrichenen Wänden, hinter, neben und über der Bühne. Nahezu jede Leitung wurde erneuert, die Bühnentechnik mit so mancher Finesse ausgestattet. Davon profitiert die Kunst, die eigentliche Gewinnerin der Sanierung, wie auch Hans Mackowiak betont, der interessierte Frühstücker nach den Begrüßungsworten von Oberbürgermeister Peter Jung, dem Vortrag von Enno Scharwächter und den Ausführungen von Intendant Gerd Leo Kuck durch das Haus führte. Der Gang hinter die Kulissen öffnete auch die Tür zu einer Probebühne, deren Ballettstangen verraten, dass hier bald Pina Bausch mit ihrer Compagnie proben wird. Insgesamt 3 Probebühnen sind jetzt in das 3-Sparten-Haus an der Kurt-Drees-Straße integriert. Dafür zogen die Werkstätten an die Uellendahler Straße. Zu ihrem "Tag der offenen Tür" kamen 4000 Wuppertaler, ins wieder eröffnete Opernhaus strömten ebenfalls Tausende Schaulustige. Für Enno Scharwächter ist das keine Überraschung: "Die Wuppertaler gucken gern", weiß er, und blickte wie zur Bestätigung auf die 220 Gäste, die seiner Frühstücks-Einladung in das Opernhaus gefolgt sind. Zur "bestimmt frühesten Veranstaltung in einem deutschen Theater" (Enno Scharwächter) bat er die aktiven Wuppertaler direkt auf die Bühne. Dort erfuhren sie, dass für die Wuppertaler Bühnen GmbH 220 Mitarbeiter aus 15 Nationen tätig sind, darunter 12 Azubis, die unter anderem zu Damen- und Herrenschneidern ausgebildet werden. Schließlich brauchen Papageno und Sarastro ja Kostüme, in denen sie die Bühne betreten, die übrigens nach vorne hin abfällt. Allein auf dieser Schräge eine Dreiviertelstunde zu stehen, bedurfte schon eines gewissen Durchhaltevermögens. Was leisten da erst die Sänger, die für "Tristan und Isolde" 4 Stunden lang auf der Bühne stehen, gehen, liegen - und singen. Die Zuschauer, so Oberbürgermeister Peter Jung, dürfen sich zur Wagner-Oper entspannt auf den neuen Stühlen im Zuschauerraum zurück lehnen, sollten allerdings "vorher gut gegessen haben". Speisen und Getränke gab es natürlich auch für die Business Frühstücker, die ihren Kaffee im Kronleuchterfoyer einnehmen durften. Ein weiteres Bonbon, das vielen Gästen vorzüglich schmeckte: Das Buch über die Geschichte des Opernhauses seit 1874 (Michael Okroy, "Damit die Träume atmen können", Born-Verlag) gab es zum Vorzugspreis. Es war heiß begehrt, so wie es die Karten für das Opernhaus sind. Die nächsten Aufführungen der Mozart-Oper "Die Zauberflöte", des Theaterstücks "Was ihr wollt" sowie das Konzert der "Comedian Harmonists" sind bereits ausverkauft. "Die ganze Welt ist Bühne, und Mann und Frau bloße Spieler", wusste schon Shakespeare in "Wie es Euch gefällt". Und weil den Business Frühstückern ihr Auftritt im Opernhaus so gut gefallen hat, steht schon die nächste Aufführung auf dem Spielplan: Die Wirtschaftsjunioren laden am 11. März 2009 ins Cronenberger TIC ein.