Nr. 98: Jobcenter in der Stadthalle

(07.02.2012)

Mehr Verantwortung für die lokale Beschäftigungsförderung

Auch die klirrende Kälte mit Minusgraden um 15° C konnte die Wuppertaler Unternehmerinnen und Unternehmer nicht davon abhalten, in großer Zahl zum 98. Business Breakfast am 7. Februar zu erscheinen.

Das erste Treffen im neuen Jahr fand statt in der Historischen Stadthalle im Mendelssohn Saal, in dem Anja Deters von wuppertalaktiv! die zahlreichen Gäste, unter ihnen OB Peter Jung, begrüßte und das Wort sogleich weiterreichte an den Gastgeber an diesem Morgen: den Geschäftsführer des Wuppertaler Jobcenters Thomas Lenz.

Mit Stolz berichtete Lenz von der erfolgreichen Bewerbung Wuppertals beim Arbeitsministerium NRW als Optionskommune, bei der man sich gegen 16 Bewerber durchsetzte und auf dem zweiten Platz landete. Das bedeutet, dass das Jobcenter seit dem 1. Januar dieses Jahres als Anstalt öffentlichen Rechts die alleinige Verantwortung für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen übernimmt, unabhängig von der Bundesagentur für Arbeit. Lenz sieht in dieser Veränderung vor allem Vorteile: „Wir kennen den lokalen Arbeitsmarkt, und wir kennen unsere Kunden.“ Doch sicher sind die Herausforderungen groß, denn 46.000 Langzeitarbeitslose „sind für diese Stadt kein Randthema!“ Vor allem vor dem Hintergrund von Struktur- und demografischem Wandel und dem drohenden Fachkräftemangel. Aber Lenz weiß das Jobcenter gut aufgestellt. Das Fördern, aber auch das Fordern sei immer wichtig gewesen trotz der vielfältigen Probleme der Kunden, denen man mit verschiedensten Maßnahmen wie Schulden- und Suchtberatung, bei der Mobilität oder mit Einstiegsgeld helfe. Doch kenne man deren Potentiale genauso wie die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes der Region. Dort sei man gut vernetzt und sehe sich als Partner der Wirtschaft. Schon in der Vergangenheit sei einiges erreicht worden, gerade bei Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Und gerade hier sollen mit dem Projekt START.KLAR Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz verstärkt unterstützt und betreut werden. Auch der Service für die Unternehmen soll mit TEAM.ARBEIT neu aufgestellt werden. Dies schließt die Vermittlung und Auswahl von Personal für die Arbeitgeber genauso ein wie die Beratung und Information über Förderleistungen. Lenz wies auch auf die „Perspektive 50plus“ hin, mit der den Über-50-Jährigen, zumeist gut ausgebildet und erfahren, der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden soll. Eine weitere und wichtige Neuerung soll die verstärkte Präsenz mit neuen Büros in verschiedenen Stadtteilen sein, denn, so Lenz: „Unsere Kunden wie auch die dort ansässigen Unternehmen sind von Quartier zu Quartier sehr unterschiedlich.“ Schon im Sommer soll die erste Niederlassung am Arrenberg eröffnet werden, eine weitere folgt in Oberbarmen. „Sprechen Sie uns an!“, wandte sich Lenz zum Ende an die Unternehmer – und erhielt zum Dank für den informativen Vortrag eine „Talware“ von Anja Deters.

Das 99. – Business Breakfast wird bei der Vorwerk & Co. KG stattfinden, zu der Michael Weber, Leiter Unternehmens-kommunikation, einlud. Termin ist der 21. März zur gewohnten Zeit.